Monday, 10 April 2017
Sergio Garcia - drives off the second tee on the final day of the 2017 Masters  (Getty Images)
Sergio Garcia - drives off the second tee on the final day of the 2017 Masters (Getty Images)

 

Augusta, Georgia - Die Finalrunde des 81. Masters Tournament war ein Mischung aus einem Gemälde von Salvador Dalí und einem Drehbuch von Alfred Hitchcock. Wunderschön anzusehen, aber von Anfang bis Ende fesselnd und nervenaufreibend.

Die Protagonsiten dieses Finale furioso in den Abendstunden des Augusta National Golf Club hießen Sergio Garcia und Justin Rose. Der Spanier und sein langjähriger Freund aus England begannen die Finalrunde schlaggleich und setzten sich früh vom Rest des Feldes ab. Nach acht Löchern hatte das europäische Duo, das sich nur allzu gut von einer Menge gemeinsamer Ryder Cups kennt, bereits drei Schläge Vorsprung auf ihre engsten Verfolger. Es kristallisierte sich ein Zweikampf um das Grüne Jackett beim Masters 2017 heraus.

Garcia mit emotionaler Mission beim Masters

Ein Zweikampf, bei dem das Herz der meisten Fans trotz großer Sympathien für Justin Rose mit Sergio Garcia einen klaren Favoriten hatte. Auf der einen Seite hatte man mit Rose den ersten Olympiasieger im Golf seit mehr als 100 Jahren und US-Open-Champion von 2014. Auf der anderen Seite den oft gescheiterten Garcia, der längst für einen Majorsieg fällig ist, aber bislang jedes Mal scheiterte, wenn es um den Sieg bei einem großen Turnier ging.

Und dann hatte er auch noch die Chance, sein erstes Major am 60. Geburtstag von Severiano Ballesteros zu gewinnen, der spanischen Legende, die im Alter von 54 Jahren im Mai 2011 viel zu früh verstorben war. Im Augusta National, dem Platz, auf dem Seve zwei Mal zum Masters-Champion gekürt wurde. Beim Masters, das mehr spanische Sieger hervorgebracht hat als jedes andere Major (Ballesteros 1980 und 1983, Olazábal 1994 und 1999).

Doch bei aller Sympathie für Garcia, Rose würde ihm den Titel nicht schenken. Das war so sicher wie das Amen in der Amen Corner.

Ein Schlagabtausch, der keinen Verlierer verdient hat

Genau in diesem berüchtigten Verlauf der Löcher 11, 12 und 13 konnte sich der Engländer leicht absetzen. Nach Bogeys des Spaniers auf der Zehn und Elf, war Rose plötzlich ohne Mühe zwei Schläge in Führung.

Das hinterließ bei Garcia offensichtlich Spuren. Auf der 12 pullte er das kurze Eisen links aufs Grün, rettete aber mit einem guten ersten Putt das Par. Auch an der 13, dem vergleichsweise kurzen Par 5 mit dem klangvollen Namen Azalea, verzog Garcia nach Links. Sein Ball blieb an einigen Ästen der Bäume genau im Knick des Doglegs hängen und brachte ihn in weitere Bedrängnis, während Rose mit einem perfekten Drive weiter Druck machte.

Am Ende rettete Garcia trotz Strafschlag in der Manier seines großen Idols, Severiano Ballesteros, aus dem Wald das Par und Rose verschob seinen kurzen Birdie-Putt, um den Abstand weiter zu vergrößern. Die Tür für Garcia war wieder offen.

Dieser sah seine Chance und nutzte sie direkt am nächsten Loch. Aus knapp 140 Metern nagelte er seine Annäherung an den Stock und verkürzte den Rückstand mit seinem dritten Birdie des Tages auf nur noch einen Schlag. Auf dem anschließenden Par 5 legte der Spanier nach und puttete aus fünf Metern Entfernung zum Eagle ein. Rose, der sich am Abschlag kurz an den Oberschenkel griff, gelang dagegen nur das Birdie.

Gleichauf ging das Duo auf die letzten drei Löcher. Zum dritten Mal, nach der frühen Phase der ersten Löcher und zur Halbzeit. Spannender hätte man sich die Finalrunde beim Masters nicht wünschen können. Ein ewiger Schlagabtausch zweier großer Protagonisten, der keinen Verlierer verdient hat. Doch es musste einen Gewinner geben. Einen, der am Ende des Tages von Vorjahressieger Danny Willett ins Grüne Jackett bugsiert wird.

Entscheidung fällt erst im Stechen

Nach zwei erstklassigen Abschlägen auf der 16 war es schließlich erneut Rose, der die Partie mit Birdie gegen Par zu seinen Gunsten drehen kann. Nur um am nächsten Loch aus etwas mehr als zwei Metern zum Par zu verschieben und die Entscheidung. Das Dogleg nach Rechts mit Namen Holly (Loch 18) kommt Garcia mit seinem natürlich Fade entgegen; ähnlich Martin Kaymer, dem am Sonntag mit einer grandiosen 68 eine neue persönliche Bestmarke beim Masters gelingt.

Ein Schlagabtausch, der über 17 Löcher an den Nerven gezehrt hat, sollte auch auf dem 18. Grün noch nicht zu Ende gehen. Nach einer etwas glücklichen Annäherung von Rose, dessen Ball von der Welle rechts im Grün in Richtung Loch getragen wird, kontert Garcia furchtlos und im Stile eines echten Champions. Beide zittern ihre Bälle am Loch vorbei. Das Stechen muss die Entscheidung bringen. Und keiner, der diesen Zweikampf verfolgt hat, wird darüber traurig gewesen sein.

Doch Garcia wollte offensichtlich keine weitere Zeit verschwenden. Den ersten Fehler seines Kontrahenten vom Abschlag auf dem ersten Playoff-Loch nutze der Spanier eiskalt aus und legte seine Annäerung erneut pin high knappe drei Meter neben das Loch. Sichtbar mit den Emotionen kämpfend, sah Garcia knapp fünf Stunden nach seinem ersten Abschlag in der Finalrunde den letzten Putt im Loch verschwinden. Den letzten Putt bevor er sich endlich Major-Champion nennen durfte. Bevor er sich seinen Traum beim 81. Masters Tournament erfüllte. Bevor er im Augusta National in den Spuren der spanischen Legenden Ballesteros und Olazábal folgte.

Wir sind uns sicher: Severiano Ballesteros hat diesen Wettstreit zweier großer Sportler mit Freude verfolgt und vielleicht auch seine Hand in der ein oder anderen Situation im Spiel gehabt. Ganz sicher ging Garcia mehr als nur ein Mal durch den Kopf, dass sein Idol ihn auf dieser Runde begleitet hat.

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Tournament Leaderboard

Pos Player nameNatHolePar
1GARCIA, SergioESP18-9
2ROSE, JustinENG18-9
3SCHWARTZEL, CharlRSA18-6
T4KUCHAR, MattUSA18-5
T4PIETERS, ThomasBEL18-5
6CASEY, PaulENG18-4

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